Ein Gedicht von Berthi Eiserloh

zum 15 - jährigen Jubiläum des Altenheimes Sohren

Frau EiserlohVor 15 Johr hatte mer en Pfarrer

un en Pastor, dat es hout noch sehr selten.

De Parre, de hieß Kurt Velten.

Er war sehr aktiv, emmer do wenn man ihn rief,

die Menschen waren ihm emmer wichtig,

un dat war ach so richtig.

 

Immer fiel ihm ebbes anneres ein,

da kam ihm die Idee, er wollte bauen ein Alten-Pflege-Heim.

Die Menschen hörten von seinem Plan

und fingen dann zu rätseln an:

Wie soll dat dann nore gehn

un wo soll dat Heim dann stehn?

 

Et wurde viel geredet un spekuliert.

Viele haben nicht daran geglaubt,

manch einem hat es die Nachtruh geraubt.

De Parre hot viel nohgedacht

un dann einfach en Plan gemacht.

Viel wurde geredet un diskutiert

un of ämol es et da passiert:

De Plan wurde akzeptiert.

 

Zuerst musste mol Bauland her,

da ging es hin un her.

Nach allem Suchen wurde dann klar,

in Nieresohre am Berg noch viel Bauland war.

Nächst am Dorf, dat wär scheen,

do könnt ma ach zu Fuß hingehn,

en Stroß wär ach schon vorhanden,

alle waren einverstanden.

 

Sogar ein Fußweg führte dahin,

den bauten noch die Amerikaner.

Hatten die etwa den siebten Sinn?

Genehmigt wurde dann de Plan

un schon fing man zu bauen an.

 

Es wurde geplant, gehackt un planiert,

gläich dadrof die Boremplatt betoniert.

Et hot net lange gedauert,

do hon se ach schon feste gemauert.

Ganz schnell stand et da, dat Haus,

zur Einweihung gab es viel Applaus.

 

Jeder konnte kommen und sehn:

Dat Haus, et war wunnerscheen.

Zimmer alle hell un nett,

en Disch, paar Stiehl un en Krankebett,

en Bad, en Dusche un en Klo ...

Ei, dat war doch frieher nirgends so! 

 

Nun konnten die kranken Menschen kommen,

jeder wurde hier angenommen.

Die Betten waren schnell belegt,

die Menschen wurden gehegt und gepflegt.

Viele kamen von Fern und Nah,

das Heim ist für alle da.

 

An das Seelenheil wurde auch gedacht,

dafür wird öfter eine Andacht gemacht.

Dann kommt de Parre ore de Pastor,

die beten und singen und lesen ebbes vor.

Den Menschen tut das gut,

es gibt wieder etwas Lebensmut.

 

Geführt wird das Heim von

Anette Mildenberger - einer guten Seele -

bei ihr darf es an gar nichts fehle,

für alle Menschen ein gutes Wort,

hoffentlich bleibt sie noch lange dort.

 

Uje, uje, bahl hätt äich ebbes vergesse,

alle wollten jo ach ebbes esse.

Dofor es do dat Küchepersonal,

etliche Frauen an der Zahl.

Dä Chefkoch, dat es dä Waldi Peter,

den kennt inzwische hie ach jeder.

 

Jeden Tag en anner Gericht

bringt de Peter off de Disch.

Supp, Salat, Gemies, Fleisch un Fisch

- is immer alles ganz frisch.

Un dann noch ein Dessert,

ei watt wolle die Mensche dann noch mehr?

 

Un fällt dann so en Geburtstag an,

dat werd gefeiert so gut ma kann.

Es kommen die Verwandte,

Kinner, Enkel un ach Tante.

Jeder freut sech off de Besuch,

Kaffee un Kuche, geredt genug.

 

Dat Johr iwer gett ett manche Feste,

dazu kommen viele Gäste.

Do werd geschlemmt, e Schwätzje gehall,

wie et hout es, wie et wor anno dazumal.

Zur Unterhaltung spielt de Sohrener Musikverein,

dat es schon Tradition, das muss so sein.

 

So geht dat wäi schon 15 Johr,

da muss man doch gratulere - es doch klor!

Wir wünschen viel Glück und Gottes Segen,

sagen für alles ein herzliches Dankeschön.

Möge es noch viele Jahre so weitergehn!